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Leo Wörterbuch |
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GM333 |
Größerer Wohlstand, größere Freiheit,
größere Unsicherheit
(Quelle: Internationes Landeskunde online)
| 1. Hintergrundinformation
Wie sehen die Ostdeutschen die Veränderungen in Deutschland 10
Jahre nach dem Mauerfall? Die "Berliner Zeitung" beauftragte Ende 1999
das Institut Infratest Dimap mit einer Meinungsumfrage zu diesem Thema.
2. Text Größerer Wohlstand, größere Freiheit, größere
Unsicherheit
Eine große Zufriedenheit mit dem materiellen Angebot und den gewonnenen persönlichen Freiheiten, mehr Selbstbewusstsein, aber Skepsis gegenüber dem politischen und sozialen System der Bundesrepublik und große Angst vor Kriminalität das ist die Bilanz der Ostdeutschen zehn Jahre nach dem Mauerfall. (...) Es zeigte sich, wie Infratest-Geschäftsführer Richard Hilmer betont, dass die "Menschen inzwischen die Veränderungen der vergangenen zehn Jahre sehr differenziert beurteilen und deutlich Positives und Negatives herausstellen". "Wenn Sie einmal die heutigen Bedingungen mit denen der DDR vergleichen: Was ist da nach der Wiedervereinigung besser geworden, was ist schlechter geworden, wo hat sich so gut wie nichts verändert?" lautete die stets gleiche Frage, mit der das Institut viele Lebensbereiche und die Einstellung der Menschen dazu untersuchte. Das Ergebnis (...): 95 Prozent der Befragten sagen, das Konsumangebot sei besser, fast alle genießen die Reisefreiheit, zwei Drittel schätzen es, dass sie ihre Meinung frei äußern können und halten die Umweltbedingungen heute für besser als vor 1989. Deutlich kritischer wird hingegen etwa das Schul- und Ausbildungssystem beurteilt (...). 43 Prozent aller Befragten sagen, die Ausbildung an den Schulen sei heute schlechter als vor 1989. Auffallend ist aber, dass die jungen Menschen, die ja oft gerade erst Schule oder Uni verlassen haben, die Ausbildung weniger schlecht beurteilen als die Generation ihrer Eltern: Immerhin noch ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen sagt, die Ausbildung sei besser als zu DDR-Zeiten (bei den 46- bis 59-Jährigen sehen das nur 15 Prozent so). Hilmer führt dies vor allem darauf zurück, dass die Eltern heutzutage eher gefordert seien als zu Zeiten der DDR, als die Schule mehr Verantwortung in der Erziehung übernommen habe. Für schlechter als damals halten trotzdem auch 45 Prozent der Jungen (40 Prozent der mittleren Generation) das heutige Schulsystem. Allgemein sieht die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mehr Vorzüge durch den Mauerfall als andere Generationen. Ein Beispiel: 80 Prozent aller Jungen lobt die Möglichkeit, "tun und lassen zu können, was man will", als großen Vorteil der Wende. Im Alter zwischen 30 und 45 sehen das 70 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen nur noch 63 Prozent so. Erst im Rentenalter (älter als 60) steigt diese Zahl wieder an (67 Prozent sehen hier eine Verbesserung). Auch das politische System beurteilen die Jungen zu 56 Prozent als besser als das der DDR, während das die 46- bis 60-Jährigen nur zu 40 Prozent so sehen. Ein weiteres Beispiel: Die Gesundheitsversorgung, sagen 48 Prozent der Jüngeren, sei besser aber nur 27 Prozent der mittleren und älteren Generation sehen das so. Sie halten das Gesundheitssystem mehrheitlich (43 Prozent) für schlechter als damals. Auch Männer und Frauen bilanzieren zum Teil recht unterschiedlich: So sagen 81 Prozent der Männer, ihr Lebensstandard sei heute besser, während das nur 66 Prozent der Frauen so sehen. 44 Prozent der Männer geben an, mehr Befriedigung aus der Arbeit zu ziehen als vor dem Mauerfall. Nur 36 Prozent der Frauen erleben das ähnlich. Jutta Kramm
Übung 1
richtig oder falsch? 1. __Die Ostdeutschen haben eine klare Meinung zu den Veränderungen
in Deutschland seit der Wende.
Übung 2
"Heutzutage seien die Eltern eher gefordert als zu Zeiten der DDR, als
die Schule mehr Verantwortung in der Erziehung übernommen habe."
Übung 3
95 %
Übung 5
Übung 6
- materielle Versorgung
Basiert auf Übungen von Anja Kraus,
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