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Veranstaltungsmarathon im Ruhrgebiet:
"Kathedralen der Industriekultur"
(Quelle: Internationes Landeskunde online)


 
 
1. Hintergrundinformation

Das Ruhrgebiet im Westen Deutschlands, lange Zeit eine hoch industrialisierte Region, in der Kohle und Eisenerz gefördert wurde, leidet seit der Schließung vieler Zechen und Stahlwerke an einem Imageverlust. Die Region versucht sich auf andere Weise attraktiv zu machen.

Sie werden im folgenden Text darüber lesen, wie sich das einst hoch industrialisierte Ruhrgebiet zu einer Kulisse für kulturelle Veranstaltungen wandelt. Die Überschrift des Artikels lautet "Kathedralen der Industriekultur".

Was fällt Ihnen zunächst spontan zu "Industrie" und "Kultur" ein? Notieren Sie und finden Sie dann Vokabeln aus dem Text, die den beiden Begriffen zugeordnet werden können.
 

Industrie Kultur

2. Text
Lesen Sie nun denText. Zu Beginn jedes Abschnittes finden Sie je zwei Sätze, die den Inhalt zusammenfassen. 
Welcher Satz ist treffender? a oder b?
 

Zum Finale eine Installation von Christo

1.
a) Das kulturelle Highlight des Sommers 1999 im Ruhrgebiet ist eine Fässer-Installation des Verpackungskünstlers Christo.
b) Das Ruhrgebiet will seinen Ruf mit kulturellen Veranstaltungen verbessern.

Essen. "Der Pott kocht" - und die Terminkalender im Ruhrgebiet sind prall gefüllt. Mit seinem neuen selbstbewussten Slogan, mit Festivals, Ausstellungen und touristischen Angeboten will das Ruhrgebiet 1999 sein Image massiv aufpolieren. Der Höhepunkt wird das Finale der Internationalen Bauausstellung Emscher-Park (IBA) sein, die sich nach zehnjährigem Ringen um den Strukturwandel mit einem fünfmonatigen Veranstaltungsmarathon verabschiedet. Kulturelles Highlight ist eine Fässer-Installation des Verpackungskünstlers Christo.

2.
a) Die Internationale Bauausstellung wurde als wirkungsvolles Mittel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet angesehen.
b) Die Internationale Bauausstellung wurde einer Weltausstellung vorgezogen.

Vor mehr als zehn Jahren suchte die nordrhein-westfälische Landesregierung nach einem wirkungsvollen Mittel für den langfristig wirksamen Strukturwandel im industriell besonders geschundenen Norden des Ruhrgebiets. Eine Weltausstellung erschien damals als zu punktuell. 1989 wurde daher die IBA Emscher-Park auf den steinigen Weg geschickt, bis zum Jahrtausendwechsel den rund 300 Quadratkilometer großen Raum zwischen Duisburg und Bergkamen ökologisch, städtebaulich und ästhetisch umzugestalten.

3.
a) Symbole der Industrie werden kulturell genutzt.
b) Das Ruhrgebiet soll langsam von einer Industrie- zu einer Kulturregion umgebaut werden.

Entlang einer Strecke von rund 70 Kilometern wurden seitdem mehr als 100 Projekte mit rund fünf Milliarden Mark realisiert, die die EU, das Land, die Kommunen und private Investoren aufbrachten. Nicht den Kahlschlag, sondern den behutsamen Umbau der traditionellen Kohle- und Stahlregion stellte IBA-Chef Karl Ganser ins Zentrum der Arbeit. Fördertürme, Hochöfen oder Kokereien wurden als Zeugen der Industriekultur für neue Nutzungen hergerichtet. (...)

4.
a) Vom Abriss bewahrte Industriezentren werden jetzt kulturell genutzt.
b) Ein ehemaliges Hochofenwerk in Duisburg wird jetzt für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Wo die Abrissbirne noch nicht zugeschlagen hatte, stehen heute die weithin sichtbarsten Zeichen des Wandels: die "Kathedralen der Industriekultur". Die von dem britischen Architekten Sir Norman Foster restaurierte Jugendstilzeche "Zollverein" in Essen beherbergt das Design-Zentrum in NRW. Ein ehemaliges Hochofenwerk in Duisburg wandelte sich zum Landschafts- und Freizeitpark, aber auch zur bizarren Konzertkulisse.

5. Schreiben Sie selbst einen Satz, der den folgenden Abschnitt zusammenfasst.,

Der 117 Meter hohe, einst größte Gasometer Europas in Oberhausen gilt längst als einer der außergewöhnlichsten Ausstellungsorte in Deutschland. Die Industriegiganten stehen längst nicht mehr für das Bild vom hässlichen Kohlenpott. Sie sind die Silhouette eines gewandelten Selbstbewusstseins: Das gibt es weltweit nur an der Ruhr. Zum IBA-Finale ist keineswegs nur die internationale Fachwelt eingeladen. Mit "Mut zum Außergewöhnlichen" will die IBA hunderttausende von Besuchern zwischen Ende April und Anfang Oktober 1999 locken. Mit einem "Festival der 100 Feste" etwa werden sich die IBA Projekte als große Freiluftausstellung präsentieren. Vier weitere Ausstellungen werden verbunden mit Erlebnisrouten zur Industriekultur, zur Architektur oder zur Industrienatur. Christo und Jeanne-Claude schichten im Oberhausener Gasometer eine 26 Meter hohe und 68 Meter breite Wand aus 13 000 Ölfässern auf.

 "dpa", April 1999

Sehen Sie sich diese Webseiten zum Thema Industriekultur an:

Internationale Bauausstellung. IBA Emscher Park     http://www.fh-bochum.de/fb1/af-iba/index.html

Nordrhein-Westfalen       http://www.nrw.de

Weltausstellung             http://www.expo2000.de

Bilder vom Ruhrgebiet: Bergwerke/Zechen       http://torweihe.econergy.com/bottrop.htm  

der Gasometer       http://www.gasometer.de

Rundblick über die Region an    http://www.gasometer.de/rundblick01.htm

Übung 1

Christo und Jeanne-Claude machen ein Kunstwerk aus 13 000 Ölfässern.
Was stellen Sie sich dabei vor? Schreiben Sie ein paar Sätze zur Interpretation dieses Projektes, nachdem Sie sich die Webseiten von Christo Projekten angesehen haben: 
http://www.butterbrot.de/christo/gasometer3.htm
 

Übung 2

Stellen Sie sich vor, Sie sind Public Relations Manager des Emscher Parkes und sollen in Ihrem Land Werbung für die Region machen.(z. B. mit Videoclips, Plakaten, Songs, Radiowerbung). Schreiben Sie Ihre Pläne auf.

Übung 3

Kennen Sie vergleichbare Projekte wie den Emscher Park? Welche?

Basiert auf Übungen von Christine Dresel,
im Auftrag von Inter Nationes
8. Mai 1999