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Ausbildung und Beruf
Das Schulsystem

    Tatsachen über Deutschland. 1999. S. 425- 432

 

Arbeiten Sie diese Seite durch und notieren Sie sich Erklärungen für die folgenden Fragen.

1. Wie unterscheidet sich die Hauptschule von der Realschule?
2. Wie unterscheidet sich das Gymnasium von der Realschule?
3. Was ist die "mittlere Reife"?
4. Was ist das "Reifezeugnis"?
5. Was ist ein Leistungskurs?
6. Was ist eine Gesamtschule?
7. Was sind Sonderschulen?
8. Wie heißen die Ferien?
9. Warum sind die Ferien nicht in ganz Deutschland zur gleichen Zeit?

Das Schulsystem:

1. Die Organisation der Schulen ist Sache der einzelnen Bundesländer. Man spricht hier von der Kulturhoheit der Länder. Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass ein gewisses Maß an Einheitlichkeit vorhanden ist.

2. Die Bevorzugung oder Beibehaltung bestimmter Schulformen in einzelnen Bundesländern erklärt sich aus den unterschiedlichen politischen Richtungen der jeweiligen Länder.

3. Etwa die Hälfte der Schüler besucht die Hauptschule. Sie umfasst fünf Schuljahre, in einigen Bundesländern sechs. Sie dient vorwiegend der Vorbereitung auf das Erlernen eines praktischen Berufes.
In den meisten Bundesländern ist der Erwerb einer Fremdsprache (in der Regel Englisch) ab der 5. Klasse Pflicht.
Die Mehrzahl der Schüler lernt nach dem Hauptschulabschluss einen Beruf und besucht gleichzeitig die Berufsschule.
Der Übergang in eine andere weiterführende Schule ist während und besonders nach der Zeit in der Hauptschule möglich, was von immer mehr Schülern genutzt wird.

4. Die Zahl der Schüler, die eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen, ist in den letzten Jahren stark angestiegen.
Ca. die Hälfte aller Schüler besuchen eine derartige Schule.

5. Die Realschule bereitet die Schüler auf höherqualifizierte Berufe vor. Sie dauert sechs Jahre und lässt Übergänge in andere Schularten zu. Auch hier ist der Erwerb einer Fremdsprache, meist Englisch, ab Klasse 5 Pflicht; eine weitere Fremdsprache kann ab Klasse 7 erlernt werden.
Der Realschulabschluss heißt auch "mittlere Reife" oder "mittlerer Schulabschluss" und berechtigt zum Besuch einer Fachoberschule, eines Fachgymnasiums oder zum Übergang auf ein Gymnasium in Aufbauform.

6. Etwa ebenso viele Schüler, die sich für die Realschule entscheiden, besuchen ein Gymnasium. Das Gymnasium umfasst in der Regel neun Schuljahre (Klasse 5 - 13) und schließt mit dem "Abitur" oder "Reifezeugnis" ab.
In einigen Bundesländern gibt es das "Zentralabitur", das heißt, die vorgegebenen Fragen für die Prüfung sind an allen Schulengleich.
Jeder Gymnasiast muss mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Die wichtigsten Fremdsprachen im deutschen Schulsystem sind Englisch, Französisch und Latein.
Das Abitur ist die übliche Voraussetzung für die Aufnahme in einer Universität.
Die drei obersten Klassen des Gymnasiums werden heute auch Sekundarstufe II genannt. Seit 1972 hat die Sekundarstufe II in den Bundesländern starke Veränderungen erfahren, allerdings nicht einheitlich. Neben einer Reihe von Pflichtfächern haben Schüler die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Fächer sie als so genannte Grundkurse belegen wollen und welche als Leistungskurse. Der Klassenverband wurde aufgegeben.
Ziel der Reform war eine stärkere Berücksichtigung der Schülerinteressen im Hinblick auf deren späteres Berufsziel.

7. In Zusammenhang mit dem Europäischen Binnenmarkt wird die Diskussion um eine Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Schuljahre weiter geführt, mit der Begründung, dass in anderen Staaten die Ausbildungszeiten kürzer und damit die älteren deutschen Berufsanfänger nicht konkurrenzfähig seien.

8. Integrierte Gesamtschulen sind Schulen, in denen die Schüler ohne Zuordnung zu einer Schulart gemeinsam unterrichtet werden. Auch hier können die verschiedenen Abschlüsse des gegliederten Schulsystems (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) erworben werden.

9. Sonderschulen sind Einrichtungen, die von behinderten Kindern oder lernschwachen Schülern besucht werden.

Der Schulalltag:

1. Das Schuljahr dauert von August/September bis Juni/Juli des nächsten Jahres.

2. In jedem Fach werden über das Schuljahr verteilt Klassenarbeiten und Tests geschrieben. Das Ergebnis dieser Arbeiten und die mündlichen Leistungen ergeben die Noten im Zeugnis.

3. Die Schüler erhalten zweimal im Jahr Zeugnisse. Das Zeugnis am Ende eines Schuljahres entscheidet über die Versetzung.

4. Die Notenskala in der deutschen Schule geht von 1 bis 6.
1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend.
In der Sekundarstufe II erhalten die Schüler meist Punkte.

5. Eine Klasse wiederholen müssen Schüler, deren Leistungen in zwei Fächern nicht ausreichend sind.

6. Die meisten Schüler gehen nur vormittags in die Schule. Schüler in den Gesamtschulen und in der Sekundarstufe II des Gymnasiums haben teilweise auch nachmittags Unterricht.

7. Ferien gibt es fünfmal im Jahr:
Herbstferien meist im Oktober
Weihnachtsferien im Dezember/Januar
Osterferien im März/April
Pfingstferien im Mai
Sommerferien ("die großen Ferien" genannt) im Juni/Juli/August

Die Ferientermine sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.

Quelle: Internationes. Transparente Landeskunde. Stand: 5/99