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| Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Er studierte Theologie und arbeitete als Pfarrer in Lüssow bei Güstrow und auch in Rostock-Evershagen. Er war 1989 einer von den Mitbegründern des "Neuen Forums" in Rostock. Im "Neuen Forum" war Gauck ein "Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes gegen die SED-Diktatur." Er war im März 1990 als Abgeordneter der Bürgerbewegung in die Volkskammer eingezogen. Später wurde er zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewählt. Der Aufstieg von Joachim Gauck zeigt, was für eine einflußreiche Rolle die Kirchen in den Bürgerbewegungen in der DDR spielten. |
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| Am 3. Oktober 1990 wurde Gauck zum "Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes" berufen. Nachdem der Bundestag das Stasi-Unterlagen-Gesetz Ende 1991 verabschiedet hatte, ändert sich Gaucks Titel zum "Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik." Er wurde im September 1995 für eine zweite Amtsperiode berufen. Er ist am 2. Oktober 2000 aus seinem Amt ausgeschieden. Marianne Birthler ist die jetzige Bundesbeauftragte. |
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Die Gauck Behörde hat die Aufgabe, die Unterlagen der Stasi zu verwalten. Schon im August 1990 verabschiedete die letzte Volkskammer der DDR das Gesetz über die besondere Behandlung der Stasi-Unterlagen. In diesem Gesetz wurde festgelegt, "Jeder Betroffene sollte erfahren können, ob und welche Informationen das MfS zu seiner Person gesammelt hatte." Im Dezember 1991, |
| also nach der Wiedervereinigung trat
dann das Gesetz über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes
(StUG) der DDR in Kraft. Dieses Gesetz regelt "die
politische, historische und juristische Aufarbeitung der Tätigkeit
des Staatssicherheitsdienstes." Auch garantiert dieses Gesetz,
"die Möglichkeit jedes einzelnen, Einsicht
in die zu seiner Person geführten Unterlagen zu nehmen."
Um diese Priorität aufrechtzuerhalten, existiert eigentlich
die ganze Gauck Behörde. Sie wurde tätig, als
das StU Gesetz in Kraft getreten war. Die Gauck Behörde hat heute die erstaunliche Anzahl von 2650 Mitarbeitern. 1100 Mitarbeiter arbeiten in den vierzehn Außenstellen der Gauck Behörde und 1550 arbeiten bei der Zentralstelle in Berlin (oben). Das Amt hat eine dezentralisierte Struktur. Das heißt die Stasidokumente sind zwischen den vierzehn Außenstellen und der Zentralstelle verteilt. |
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